Blutuntersuchung

Hormone der Schilddrüse

Die Schilddrüse stellt aus Jod, das aus der Nahrung aufgenommen wird, und Eiweißbausteinen chemische Botenstoffe, sogenannte „Hormone“ her: Tetrajodthyronin (kurz „T4“) und Trijodthyronin (kurz „T3“).
Sie kann diese speichern und bei Bedarf ins Blut abgeben und steuert so viele lebenswichtige Stoffwechselprozesse. Die Ausschüttung erfolgt nicht automatisch. Vielmehr ist sie in einen hormonellen Regelkreis eingebunden, in dem die Hirnanhangdrüse, medizinisch Hypophyse genannt, und ein Teil des Zwischenhirns, der Hypothalamus, eine entscheidende Rolle spielen.
Aufgabe dieses Regelsystems ist es, zu gewährleisten, dass immer die richtige Menge an Hormonen ausgeschüttet wird und alle Körpersysteme ausreichend versorgt sind. Wenn eine zu geringe Menge an Schilddrüsenhormonen im Blut vorhanden ist, gibt die Hirnanhangdrüse das Hormon TSH (Thyreoidea-Stimulierendes-Hormon) ab, das die Schilddrüse zur Produktion anregt. Ist dagegen zu viel Hormon vorhanden, bremst die Hirnanhangdrüse die Schilddrüse in ihrer Hormonproduktion und -abgabe. Die Hirnanhangdrüse wird ihrerseits vom Hypothalamus kontrolliert, und zwar mithilfe des Hormons TRH (Thyreotropin-Releasing-Hormon).

Welche Blutuntersuchungen sind sinnvoll?

Basisdiagnostik:
Beim Verdacht einer Schilddrüsenfunktionsstörung misst man das Hormon, das als erstes verändert ist, das TSH. Dieses alleine reicht aus, um eine Über- oder Unterfunktion zu finden.
Ist das TSH außerhalb des Normbereiches, soll die Ursache weiter abgeklärt werden. Hierzu benötigt man zum Ausschluss einer Hashimoto-Entzündung oder Morbus Basedow die Antikörper (TPO/TRAK) und um eine Umwandlungsstörung zu Erkennen und das Ausmaß der Funktionsstörung festzulegen die Werte freies T3 und freies T4.


Welche Kontrolluntersuchungen im Blut sind sinnvoll?

Schilddrüsenunterfunktion:
Die Schilddrüsenunterfunktion wird durch ein erhöhtes TSH beschreiben. Die Werte für fT3 und fT4 können ebenfalls erniedrigt sein.
Bei der Therapie (meist mit dem Hormon T4) wird die Medikation über den TSH-Wert gesteuert. Dieser wird individuell auf einen Zielbereich festgelegt und die Dosierung entsprechend angepasst. Bis zum Erreichen des Zielwertes werden in ca. vier- bis sechswöchigen Abständen der TSH-Wert gemessen. Ist das Ziel erreicht, reichen meist Kontrollen in Abständen von sechs Monaten aus. Eine Kontrolle der fT3 und fT4-Werte sind nur notwendig, wenn das TSH nicht zur Beurteilung herangezogen werden kann. Dies kann bei bestimmten Erkrankungen, Schwangerschaft oder Medikamenteneinnahmen der Fall sein.
Bei der Hashimoto-Entzündung können die Antikörper (TPO) erhöht sein. Sind diese nachgewiesen erfolgen keine weiteren Kontrollen des TPO, da die Höhe der Antikörper keine Aussage über die Funktion oder das Ausmaß der Entzündung zulassen.

Schilddrüsenüberfunktion:
Bei der Schilddrüsenüberfunktion dient die Schilddrüsenmedikation der Normalisierung der freien Hormone (fT3 und fT4) im Blut. Dazu muss man die freien Hormone fT3 und fT4 und auch das TSH bestimmen. Ist das Ziel erreicht erfolgen die Kontrollen in etwa sechswöchigen Abständen.
Liegt ein Morbus Basedow vor, wird die wiederholte Bestimmung des Antikörperspiegels (TRAK) zur Abschätzung der Prognose und Einleitung weiterer Therapieschritte herangezogen.

Legende:

TSH
Thyreoidea Stimulierendes Hormon. Hormon der Hirnanhangsdrüse, das die Schilddrüse steuert.

T3 und T4
Trijodthyronin und Tetrajodthyronin sind die beiden wichtigsten Hormone im Blut die den Körper versorgen. Der größte Teil der Schilddrüsenhormone ist an bestimmte Bluteiweiße gebunden, wirksam sind aber nur die nicht gebundenen, sogenannten freien Schilddrüsenhormone. Deswegen werden heute nur noch die freien Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 gemessen („f“ steht hier für „frei“).

TRH
Thyreotropin Releasing Hormon. Hormon des Zwischenhirns, das das TSH steuert.

TPO
Thyreoperoxidase-Antikörper sind bei über 90 Prozent der Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis und über 70 % der Patienten mit einem aktiven Morbus Basedow nachweisbar. (gleichbedeutend mit MAK)

TRAK
TSH-Rezeptor-Autoantikörper. Das Vorhandensein von TRAK im Blut eines Patienten ist praktisch beweisend für die Diagnose Morbus Basedow