Akupunktur in unserer Praxis

Akupunktur ist eine gezielte Beeinflussung von Körperfunktionsstörungen mit Nadeln oder anderen Reizen (Laser, Wärme, ...) über bestimmte Punkte der Körperoberfläche.

Es werden sterile Nadeln (früher Gold- oder Silbernadeln) an genau festgelegten Hautpunkten, die spontan oder auf Druck schmerzhaft sein können, eingestochen. Eine Sonderform ist die Schädelakupunktur, bei der die Nadeln an festgelegten Stellen des Schädels unter die Haut gebracht werden. Bei der Ohrakupunktur werden die Punkte in der Regel mit einem elektrischen Punktsuchgerät aufgesucht und häufig mit Einmal- oder Dauernadeln gereizt. Die verschiedenen Verfahren kann man sinnvoll kombinieren und auch mit Moxibustion erweitern, einer örtlichen Wärmeanwendung mittels Beifußkraut.

Die ursprünglich chinesische Therapiemethode wurde nach der Wiener Schule auf westliche Patienten angepasst. Diese Methode ist für unseren Kulturkreis besser nachvollziehbar und zeigt gleiche Erfolge.

Wie wirkt Akupunktur?

Es gibt verschiedene Theorien, mit denen die Erfolge der Akupunktur erklärt werden. Zum einen wird durch den Reiz eines schnell leitenden Nerven der Körperoberfläche die entsprechenden schmerzleitenden Fasern der Organe gehemmt. Zum anderen werden im Mittelhirn sogenannte Endorphine  (morphiumähnliche Botenstoffe) ausgeschüttet, die die Schmerzleitung unterdrücken. Durch die Stimulierung der Hautpunkte mit Nadeln wird über Regelmechanismen die Durchblutung verbessert.

Wann wird die Akupunktur nicht angewandt?

Bei folgenden Erkrankungen hilft die Akupunktur nicht oder darf nicht eingesetzt werden:
Schwere Depressionen, die einer medikamentösen Behandlung bedürfen, Schizophrenie, Epilepsie, Tumorkrankheiten, chronische Organveränderungen (Schrumpfnieren, Leberzirrhose, ...), Autoimmunerkrankungen, Erkrankungen durch Parasiten, Mangelzustände (Vitaminmangel, Elektrolytmangel, ...), lebensbedrohliche Notfallsituationen.

Welche Nebenwirkungen hat die Akupunktur?

Nebenwirkungen sind bei guter Technik extrem selten! Es kommt schon mal zum Kollaps (ca. 1: 70.000 Behandlungen), deshalb wird Therapie in der Regel im Liegen durchgeführt. Örtliche Entzündungen an der Einstichstelle sind durch die sterilen Einmalnadeln nahezu vollständig zu verhindern. Kleine Hauteinblutungen bei zufälligen Treffen eines Gefäßes (wie beim Blutabnehmen) sind selten möglich. Selbst Marcumarpatienten können problemlos behandelt werden. Nadelbrüche sind bei den modernen flexiblen Nadeln nicht zu befürchten.

Wie läuft eine Akupunktursitzung ab?

Zuerst erfolgt ein Vorgespräch, indem der Patient seine Beschwerden schildert und die Untersuchung durchgeführt wird. Danach legen wir für Sie ein individuelles sogenanntes Punktekonzept fest. Hier werden die zugehörigen Punkte und das Verfahren ausgewählt (Ohrakupunktur, Schädelakupunktur, Körperakupunktur, Moxibustion), welches die besten Erfolgsaussichten hat.

In der eigentlichen Sitzung liegt der Patient auf der Liege, die entsprechenden Punkte werden am Körper aufgesucht und mit einer feinen Nadel wird in die Haut eingestochen. Nur selten ist der Einstich gering schmerzhaft. Falls es zu einer Schmerzempfindung kommt, lässt diese bei gut sitzenden Nadeln in wenigen Sekunden wieder nach. Wenn alle Nadeln gut sitzen, wird der Patient zugedeckt und warm gehalten. Jetzt beginnt die Entspannungsphase. Auf Wunsch können wir Ihnen eine CD einlegen, um z.B. entspannende Musik zu hören. Nach ca. 20 Minuten werden alle Nadeln (evtl. bis auf die Dauernadeln der Ohr- oder Schädelakupunktur) wieder entfernt.

Je nach Krankheitsbild führen wir die Behandlung zweimal pro Woche oder wöchentlich durch. Zur Erhaltung reichen Abstände von 14 Tagen oder gar 4 Wochen.

Manchmal kommt es nach der ersten Sitzung zu einer sogenannten Erstverschlimmerung. Die Anfangs beklagten Beschwerden nehmen nach der Sitzung etwas zu. Das bedeutet eine positive Reaktion des Körpers auf den Reiz der Nadeln und sollte Sie nicht beunruhigen. In der Regel ist mit einer raschen Besserung der Beschwerden zu rechnen. Spätestens nach der vierten Sitzung sollte ein Erfolg bemerkt werden. Tritt dieser nicht ein, wird das Akupunkturkonzept überprüft oder eine sogenannte Störfeldsuche (z.B. Narben) eingeleitet. Je nach Dauer der Erkrankung wird die Anzahl der Sitzungen festgelegt. Bei Bedarf können die Behandlungen wiederholt werden.

Warum machen gerade wir Akupunktur?

Als internistische Praxis haben wir viele Patienten mit chronischen Erkrankungen, denen die Schulmedizin nur unbefriedigend helfen kann. Auch wird das Bewusstsein für die natürlichen Heilungsmethoden, zu denen auch die Akupunktur gehört, gefördert. Mit der Akupunktur können wir eine weitere sehr gute Methode zur Kombination aus Naturheilverfahren, Akupunktur und klassischer Schulmedizin anbieten, um den Patienten noch besser gerecht zu werden. Dabei bietet die gute schulmedizinische Ausbildung die Grundlage, auch schwere Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln. Alternative Methoden können dabei diese Therapie optimal patientengerecht unterstützen und ergänzen.